Von Roland Wünsch

Teilnehmer aus ganz Deutschland, den Benelux-Ländern und Schweder besuchten die FrOSCon in Sankt Augustin. Foto: Roland Wünsch
„Schon die Namen der Referenten signalisierten, hier wird auf Qualität gesetzt“, so Henrik Heigl, Mitarbeiter bei CAcert, einem Projekt zur Herausgabe von Sicherheitszertifikaten für Internetanwendungen.
Von den guten Veranstaltungen gelernt
Fachschaft und Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Linux / Unix User Group Sankt Augustin und der FrOSCon e.V., hatten sich über ein Jahr lang ins Zeug gelegt, um mit vielen Helfern die Convention am 24. und 25. Juni auf die Beine zu stellen. Mitorganisator Lars Ehrhardt: „Wir haben in der Tat andere Events, wie den LinuxTag, die FOSDEM oder den Congress analysiert und versucht, die positiven Dinge zu übernehmen und die negativen Dinge bei uns besser zu machen.“ Mit der Resonanz und Teilnehmern aus ganz Deutschland, den Beneluxländern und sogar Schweden sind die Organisatoren voll zufrieden.
Breites Themenspektrum
In einer Mischung aus Konferenz und informellem Arbeitstreffen wurden aktuelle Themen aus den Bereichen freie Software und Open Source vorgestellt und diskutiert. Im Vordergrund standen dabei neue Entwicklungen bei Betriebssystemen und Anwendungen, Sicherheit und Programmiersprachen. Philosophie, rechtliche Fragen freier Software und mögliche Geschäftsmodelle wurden von den knapp 700 Besuchern an beiden Tagen rege debattiert.
Fehlerbeseitigung und neue Ideen
Zusätzlich zu den über 70 Vorträgen und Veranstaltungen in fünf Hörsälen nutzten Entwickler von freier Software und Open-Source-Projekten die Möglichkeit, gemeinsam die Weiterentwicklung ihrer Projekte zu beraten. In Entwicklerräumen wurden Softwarefehler „live“ bereinigt und neue Ideen direkt ausprobiert. Die Fachhochschule bot dabei mit Räumlichkeiten und Infrastruktur für viele Projekte die Gelegenheit, eigene Treffen zu veranstalten. Das versammelte Know-how floss dann direkt in das Konferenzprogramm der FrOSCon ein.
Zukunft bei Linux
Augenöffner gab es für manche bei Vorträgen wie PHP best practice oder WLAN-Sicherheit. „Ich musste feststellen, dass die erwähnten Sicherheitslücken auch in meinen Applikationen bestehen, wenn auch zum Glück im geringem Maße“, so ein Teilnehmerbericht im Internet. Zum Hingucker wurde dagegen der Vortrag zur Zukunft der Linux-Benutzeroberflächen, in dem einige Funktionen des neuen KDE4 vorgestellt wurden.
FrOSCon hat Potenzial
Im Netz, der Kommunikationsplattform der Programmierer, äußert sich einer der Referenten unter seinem Pseudonym XTaran beeindruckt: „Dafür, dass diese Veranstaltung dieses Jahr zum ersten Mal lief, war sie verdammt gut organisiert. Hat definitiv das Potential, sich neben den Chemnitzer Linuxtagen zu der Community-Konferenz im deutschsprachigen Raum zu mausern: eine im Westen, eine im Osten. Passt doch. Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Mal.“
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Artikel vom 05.07.2006
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